vZEV vs LEG: Unterschiede einfach erklärt (Schweiz)
vZEV und LEG werden oft verwechselt. Hier sind die Unterschiede in Ausdehnung, Vertragsverhältnis, Messung und Abrechnung – plus eine Entscheidungshilfe, wann welches Modell passt.
- vZEV ist (meist) ein Eigenverbrauchs-/ZEV-Setup auf Smart-Meter-Basis; LEG ist ein lokaler Marktplatz-Ansatz auf Gemeinde/NE5-Ebene.
- Der grösste Unterschied liegt im Vertrags- und Abrechnungsbild (wer liefert was und wie sichtbar ist es).
- Mit der Entscheidungshilfe findest du schnell das passende Modell für dein Zielbild.
Viele suchen nach „vZEV vs LEG“, weil beide Modelle nach „lokalem Strom“ klingen – aber anders funktionieren. Die schnellste Orientierung bekommst du, wenn du vier Dinge getrennt betrachtest: Ausdehnung, Vertragsverhältnis, Messung und Abrechnung.
Kurzdefinitionen
- vZEV: Virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch – typischerweise auf Smart Meter des VNB basierend und über den Netzanschlusspunkt hinaus möglich (über den Verknüpfungspunkt).
- LEG: Lokale Elektrizitätsgemeinschaft – ermöglicht lokalen Stromhandel im Quartier bzw. innerhalb einer Gemeinde (bis Netzebene 5 / NE5).
Mehr Kontext findest du auf der Übersichtsseite: Betriebsmodelle.
Die wichtigsten Unterschiede (praxisnah)
1) Ausdehnung: Wie weit darf es gehen?
- vZEV: typischerweise über den Netzanschlusspunkt hinaus, aber an den Verknüpfungspunkt gekoppelt
- LEG: innerhalb einer Gemeinde (bis NE5)
2) Vertragsverhältnis: Wer ist wessen Stromlieferant?
Das ist der Punkt, der für Nutzer:innen am sichtbarsten wird.
- vZEV: Betreibende werden häufig „versorgerähnlich“ für die Teilnehmenden (aus Endkundensicht kann das wie „ein Modell“ wirken)
- LEG: Betreibende liefern typischerweise nur den LEG‑Strom; Teilnehmende bleiben Endkund:innen und können (je nach Setup) mehr Flexibilität behalten
3) Messung: Welche Datenbasis steckt dahinter?
- vZEV: Smart Meter des VNB, häufig 15‑Min‑Lastgangdaten (monatliche Datenlieferung)
- LEG: ebenfalls Smart Meter des VNB, häufig 15‑Min‑Lastgangdaten (monatliche Datenlieferung)
Das klingt ähnlich – der Unterschied liegt oft weniger im „Zähler“ als in der Regel- und Abrechnungslogik.
4) Abrechnung: Was steht auf dem Beleg?
- vZEV: häufig eine Abrechnung durch Betreibende oder Dienstleister für den lokalen Anteil; Netzstromrechnung kann je nach Setup „gebündelt“ wirken
- LEG: Netzstromrechnung kommt häufig direkt vom VNB an Teilnehmende (mit reduzierter Netznutzung), plus separate Abrechnung des LEG‑Anteils
Entscheidungshilfe: Wann passt welches Modell?
vZEV passt oft, wenn …
- du ein klar abgegrenztes Gebiet rund um einen Verknüpfungspunkt hast
- du Eigenverbrauch/Verteilung pragmatisch organisieren willst
- du eine relativ klare Betreiberrolle hast
LEG passt oft, wenn …
- du kommunal/Quartier-gedacht bist (Gemeinde/NE5)
- du Tarifgestaltung und lokale Marktlogik flexibler abbilden willst
- du ein Modell brauchst, das auch bei mehreren Teilnehmendentypen (Gewerbe/EFH/MFH) skaliert
Häufige Fragen (FAQ)
Warum werden vZEV und LEG so oft verwechselt?
Weil beides als „lokal“ kommuniziert werden kann. In der Praxis unterscheidet sich aber, wie gemessen und abgerechnet wird und wie das Vertragsbild aussieht.
Was ist der beste nächste Schritt, wenn ich noch unsicher bin?
Starte bei der Übersicht Betriebsmodelle und kläre dann deine Optionen über LEGS finden und eine grobe Orientierung über LEG‑Preis berechnen.
Wo finde ich Begriffe wie Verknüpfungspunkt oder Lastgangdaten?
Im Glossar.
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